Sprich nicht

©Juliane Großmann

Sprich nicht von Zukunft, wenn dein Interesse nur so lange lebt, wie dein nächster Atemzug.

Sag nicht, du willst, wenn der einzige Wunsch, den du dir gewährst, du bist.

Hör nicht auf meine Worte, wenn du doch an meinen Geschichten vorbei fließt.

Schmecke nicht meinen Eifer, wenn du schon lange satt bist.

Spüre nicht meinen Glauben, wenn du deine Hoffnungen schon lange begraben hast.

Rieche nicht meinen unstillbaren Willen, wenn du am Ende des Tages doch lieber an Resignation schnupperst.

Erzähle nicht von meinen Geschichten, wenn es für dich nur Märchen sind.

Erfinde keine Annäherungen, wenn du nur dich dabei spürst.

Baue keine Schlösser, wenn die Luft, in die du sie stellst, so dünn ist.

Schmücke dich nicht mit meinem Glanz, wenn dir deine Federn schon fremd sind.

Lamentiere nicht von Wille, wenn du deinen eigenen Weg nicht sehen willst.

Eifer nicht nach meinem Gold, wenn du dein Antlitz nicht glänzen siehst.

Singe keine fesselnden Melodien, wenn der einzige Beat, der dich bewegen kann, in Moll bebt.

Leite mich nicht geradeaus, wenn deine Fesseln dich nach links führen.

Reiche mir nicht die Hand, wenn selbst dein kleiner Finger schon zu viel wäre.

Ziehe mich nicht an, wenn du abstoßen zu deiner Gewohnheit gemacht hast.

Weine nicht um mich, wenn du mit mir hättest lachen können.

Gehe. Dort hin, wo dich deine Füße hin tragen.

Gehe. Und ich hoffe, du findest.

Gehe. Ich gehe auch!

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